Volker Rohde, Urologe, Bad Schwartau

Palliativmedizin - Psychoonkologie

Wie sieht die Behandlung und Betreuung eines Patienten aus, wenn eine Tumorerkrankung durch eine Chemotherapie weder geheilt noch in ihrer Symptomatik vollständig gelindert werden kann?

Darauf wollen wir unter nachfolgenden Stichpunkten eingehen:

Palliativmedizin

Gerade wenn es keine Möglichkeiten einer Heilung der Erkrankung gibt, steht in der Palliativmedizin die Befreiung oder Linderung von Symptomen im alles überragenden Mittelpunkt der Behandlung.

Aufrichtigkeit bei der Übermittlung von schlechten Nachrichten stellt dabei ein wichtiges Element in der Kommunikation mit schwerkranken bzw. sterbenden Patienten und deren Familien dar. Das ist sowohl für den Arzt als auch für den Patienten und deren Familie jedem Fall eine anstrengende Herausforderung, die behutsam gestaltet werden muss. In dieser Lebensphase ist jeder Verlauf individuell unterschiedlich und es bedarf einer darauf ausgerichteten Planung.

Wenn im Verlauf einer palliativen Behandlung einmal ein stationärer Aufenthalt nötig sein sollte, belegen wir das Agnes-Karll-Krankenhaus.

Gerade als Belegärzte und operierende Urologen kennen wir unsere Patienten häufig schon über viele Jahre, so dass die qualifizierte palliativmedizinische und seelische Begleitung in der letzten Lebensphase nach unserem Selbstverständnis dazu gehört.

„Nicht dem Leben (um jeden Preis) mehr Zeit, sondern der Zeit mehr Leben und Lebensqualität hinzufügen“ (Cicely Saunders)

Palliativsprechstunde für Betroffene und Angehörige

Wir bieten eine Palliativsprechstunde für Betroffene und Angehörige, um mit individuellen Informationen Sicherheit und Orientierung zu geben.

Die Sprechstunde findet jeden vierten Dienstag im Aufenthaltsraum (Erdgeschoss) des HELIOS Agnes Karll Krankenhauses statt. Wir stehen in der Zeit von 19 bis 20 Uhr persönlich aber auch telefonisch unter der Telefonnummer 0451 / 2007-131 für Fragen zur Verfügung.

Auf Wunsch ist eine Besichtigung der stationären Palliativeinheit möglich.

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Patientenverfügung

Wer nicht möchte, dass andere über die medizinische Behandlung entscheiden, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist, kann durch eine Patientenverfügung festlegen, ob bei definierten Krankheitszuständen bestimmte medizinische Maßnahmen gewünscht oder nicht gewünscht sind.

Wichtig ist, dass man eine solche Verfügung möglichst konkret für verschiedene, mögliche Szenarien abfasst. Wie soll behandelt werden, wenn….

Das Bundesministerium der Justiz bietet Informationen und Formulierungshilfen an. Bezogen auf ihre konkrete Situation leisten wir bei der Umsetzung Hilfestellung.

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Psychologische Aspekte

Das Annehmen der Erkrankung ist ein Prozess, der bei jedem Menschen anders verläuft. Viele Menschen sprechen aber nicht von sich aus ihre seelischen Belastungen an. Über einen bewährten Fragebogen versuchen wir im ersten Schritt die Notwendigkeit einer gezielten psychoonkologischen Unterstützung abzuschätzen.

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Biographiearbeit am Ende des Lebens

Die "Dignity Therapy" wurde von einer Forschergruppe um Harvey Max Chochinov entwickelt. Diese Therapie soll bei Patienten das Gefühl für die eigene unverlierbare Würde auch in der letzten Lebensphase stärken.

Die Dignity Therapie ist eine Form von Biographiearbeit im Rahmen der psychologischen Begleitung am Lebensende. Gemeinsam mit einem Therapeuten erarbeiten die Patienten anhand eines Fragenkatalogs, wie sie in Erinnerung behalten werden möchten.

Das Interview, sofern möglich und erwünscht, wird aufgezeichnet , der Therapeut hilft die Schilderungen zu strukturieren. Anschließend werden die Aufnahmen verschriftlicht, mit dem Patienten gemeinsam besprochen, dann ausgedruckt und schließlich dem Patienten vorgelesen. Das Skript verbleibt beim Patienten, der es dann auch seinen Angehörigen zeigen kann.

Das Verfahren wird bisher in Kanada, USA, England, Schweden und Dänemark angewandt, in Deutschland fängt man gerade erst an, mit dieser Methode zu arbeiten.

Ausgewählte Fragen:

  • Gibt es bestimmte Dinge, die Sie Ihrer Familie über sich mitteilen wollen? Gibt es bestimmte Erinnerungen, die Sie mit Ihrer Familie teilen wollen?
  • Was haben Sie über das Leben gelernt, was Sie gerne anderen weitergeben möchten?
  • Was waren Ihre wichtigsten Taten, worauf sind Sie besonders stolz?
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Symptomkontrolle

Eine erfolgreiche Schmerz-und Symptomkontrolle (Beschwerdelinderung) ist entscheidend, damit der Patient die Gelegenheit bekommt, sich ohne quälende Beschwerden mit seiner tödlichen Erkrankung und dem schwächer werdenden Leben auseinanderzusetzen.

Neben einer Symptomkontrolle ist es ebenfalls sehr wichtig, mit der Zeit die eigenen Erwartungen an das Leben seiner wahren Lebenssituation anzugleichen. Je besser diese Umsetzung funktioniert, desto höher wird die Lebensqualität sein.
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Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Palliativmedizinische Versorgung ist nur effektiv, wenn verschiedene Versorger im Team die Versorgung gewährleisten können.

Dazu arbeiten wir u.a. mit unseren Hausärzten in der Region, mit Schmerztherapeuten im Agnes Karll Krankenhaus in Bad Schwartau, mit Physiotherapeuten und mit dem Hospiz in Lübeck zusammen.

Für stationäre Behandlungen in der Palliativmedizin belegen wir das Agnes-Karll-Krankenhaus in Bad Schwartau.